Methodenkompetenz

Schulentwicklung beginnt im Unterricht

Spätestens seit internationale Vergleichsuntersuchungen dem bundesdeutschen Schulwesen Mittelmäßigkeit bescheinigt haben, setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass die Qualität des Unterrichts in unseren Schulen verbessert werden muss.

Befunde aus der TIMS-Studie wie auch Ergebnisse des Schulleistungsvergleichs PISA legen den Schluss nahe, dass es mit herkömmlichen unterrichtlichen Gestaltungsformen und Vermittlungstechniken allein offensichtlich nicht mehr getan ist. Lern-, Leistungs- und Motivationsprobleme bei Schülerinnen und Schülern sind allenthalben festzustellen. Die Bewältigung neuer Aufgaben führt gleichzeitig zu einer wachsenden Belastung von Lehrerinnen und Lehrern.

In Konsequenz wird gefordert, auf der einen Seite die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu steigern sowie auf der anderen Seite die Wirksamkeit von Unterricht und Schule zu verstärken. Erfolgreiches Lehren und Lernen entfalte sich auf der Basis grundlegender Qualifikationen wie Fach- und Methodenkompetenz, Kommunikations- und Teamfähigkeit, die es an den Schulen systematisch zu fördern und zu einem festen Bestandteil der Unterrichtskultur zu machen gilt.
Dieser Prozess der inneren Entwicklung einer Schule muss von ihr selbst, d.h. von den am Schulleben Beteiligten angestoßen, gestaltet und getragen werden. Die einzelnen Schulen sollen dabei ihren jeweils eigenen Weg zur Qualitätsverbesserung finden.


Ein neuer Schwerpunkt in der Lehrerfortbildung

Im Schuljahr 2002/2003 hat das Hessische Landesinstitut für Pädagogik (HeLP) mit dem Unterstützungsprogramm zur „Erweiterung von Methodenkompetenz im Unterricht" in seinem Arbeitsprogramm einen bedeutenden Schwerpunkt gebildet, der im Kontext mit zahlreichen Bemühungen um eine Qualitätsverbesserung des Unterrichts in den hessischen Schulen steht. Diese Qualifizierungsmaßnahme gründet auf dem von Heinz Klippen entwickelten Konzept der Pädagogischen Schulentwicklung (PSE), das auf die Weiterentwicklung des Unterrichts in didaktischmethodischer Absicht ausgerichtet ist.

Es beruht auf vier Säulen:

  • Eigenverantwortliches Arbeiten im Fachunterricht
  • Methodentraining
  • Kommunikationsförderung
  • Teamentwicklung

Klippert, Dozent für ökonomische und politische Bildung am »Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstitut« der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz, ist davon überzeugt, dass sich methodische Kreativität und Flexibilität in hohem Maße lernen lassen. Er gibt dabei allerdings zu bedenken, dass sowohl in der universitären Ausbildung wie auch in der zweiten Ausbildungsphase den meisten Lehrerinnen und Lehrern die für einen nachhaltig wirksamen Unterricht erforderlichen Lehr- und Lernformen nicht ausreichend vermittelt wurden und sie daher qualifizierte Unterstützung dabei benötigen, sich Unterrichtsformen anzueignen, die ihren Schülerinnen und Schülern das Erlernen grundlegender, selbständiges Lernen fördernder Arbeitstechniken ermöglichen.

Hauptziel ist dabei erfolgreicher und nachhaltiger Wissenserwerb durch die Schülerinnen und Schüler sowie die Entfaltung der Befähigung, sich Lernstoffe selbstständig und eigenverantwortlich zu erarbeiten.
Der von Klippert entwickelte Ansatz geht davon aus, dass es für Lehrerinnen und Lehrer unerlässlich ist, sich in Trainingskursen mit methoden- und kommunikationsorientierten Lernformen praktisch vertraut zu machen, um sie ihren Schülerinnen und Schülern zu vermitteln und ihnen deren Anwendung zutrauen zu können.

(Quelle:Dr. Cristian Kubina)

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